Presseberichte

Fritz Roth referiert über den Zusammenhang von Leben und Tod

Bericht aus "Westfälische Nachrichten" vom 07.05.2012

In der Trauer ein neues Lebensfenster öffnen

Fritz Roth, geboren am 01.08.1949, ist in Bergisch Gladbach beheimatet. Er wurde über Deutschland hinaus bekannt als Bestatter, Trauerbegleiter, Buchautor und Gründer des ersten privaten Friedhofs in Deutschland. Nach der Schulzeit bei den Steyrer Missionaren (Niederlande) folgte zunächst ein Studium der Betriebswirtschaft. Dem Angebot zur Übernahme eines Vorstandsamtes in einem Essener Energie-Konzern zog er aber den Erwerb und die Leitung des Bestattungshauses Pütz in Bergisch Gladbach vor. Sein dortiges Haus der menschlichen Begleitung nennt Roth auch das Landhotel der Seele. Integriert ist die Private Trauer Akademie und die Villa Trauerbunt für trauernde Kinder.

(Foto: Babeliowsky)

 

-mby- Warendorf. "Öffnen Sie Ihre Herzensbibliothek für die Trauerliebe". Diesen Appell richtete Fritz Roth an seine Zuhörer am Mittwochabend zu Beginn seines Vortrags "Trauer ist Liebe" an die Zuhörer. Auf Einladung des Hospizvereins für die Stadt Warendorf und des Hauses der Familie referierte er zu Thema Leben, Tod und einem konstruktiven Umgang damit.

 

"Ich möchte, dass Sie sich bewusst machen, was Tod bedeutet", wandte er sich an die Anwesenden. "Denn wenn Sie das wissen, kennen Sie auch das Leben". Der Tod einer nahen Person und damit die Trauer um sie biete dem Menschen die gleich wertvolle Erfahrbarkeit wie das Leben. Die Trauer habe eine besondere Dimension, sie setze eine gute Beziehung voraus und sei ein Ausdruck der Liebe.

 

Wie können Betroffene mit dem Tod eines Angehörigen sinnvoll umgehen? Roth plädiert dafür, dass die Trauerliebe wieder in das eigene Haus einziehe. In diesem Zusammenhang zitierte er die Statistik: "Etwa 80 Prozent der Menschen sterben in Institutionen." So könnten sich Angehörige kaum noch bewusst mit dem Thema Trauer auseinander setzen. Die liebende Vertrautheit mit dem Verstorbenen gehe zumindest teilweise verloren.

 

Als Raum der Trauer bei dem Begräbnis empfiehlt Roth die Gemeindekirche (möglicherweise Taufkirche) anstatt der Friedhofskapelle.. Der Friedhof selbst solle von seiner Lage her in das Leben einbezogen werden und die Bestattung nicht weit außerhalb erfolgen. Dabei könne die Grabgestaltung mit eigenen Ideen Auskunft über das Leben des Toten geben.

 

Provokativ klangen die Fragen von Roth: Warum am Genormten festhalten? Warum die Trauerfeier als Fest der Liebe nicht kreativer gestalten und den Tod in er Natürlichkeit des Lebens ansiedeln?. Denkbar seien Konzerte oder Theaterspiele. Gedanken, die die Zöhrer erst einmal sacken lassen mussten.

Zurück

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
OK